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Supplement Review - Trainingsbooster PART 1

13.08.2014


Mittlerweile sind sie schon fast legendär, Topseller in der Nahrungsergänzungsmittel- Industrie und aus vielen Köpfen nicht mehr wegzudenken: Die Rede ist von Trainingsboostern oder auch Pre-Workout-Supplements. Aber was ist das Geheimnis von diesen Produkten? Was wirkt wie in ihnen, und warum machen sie auch für Natural Bodybuilder Sinn? Diesen Fragen möchte ich gerne in meinem Artikel auf den Grund gehen.

Ein kurzer Rückblick

Fangen wir bei den Negativschlagzeilen an. In der Vergangenheit gerieten einige Booster in Misskredit. Laut der amerikanischen „Food and Drug Administration (FDA)“ gab es 42 Berichte über unerwünschte Nebenwirkungen nach dem Verzehr DMAA-haltiger Produkte. Es gab Schlagzeilen u. a. von zwei toten US-Soldaten, die während des Trainings einfach umgefallen waren. Während der Blutuntersuchung im Verlauf der Autopsie wurde der Stoff 1,3-Dymethylamylamin (DMAA) bei beiden gefunden. DMAA war lange Zeit in vielen Trainingsboostern, u. a. in Jack3d, enthalten. Die Folge: ein massives, weltweites Verbot. Aber warum?

Exkurs DMAA

Chemischer Name: Methylhexanamin
Weitere Synonyme: 1,3-Dimethylpentylamin, 2-Amino-4-Methylhexan, 4–Methyl-2-hexylamine, Geranamine TM; „geranium oil" oder „geranium root extract“.


DMAA oder 1,3-Dimethylamylamin wird in Zusammenhang mit Erkrankungen des Herzens und des Nervensystems sowie in Verbindung mit psychiatrischen Erkrankungen und Todesfällen gebracht. DMAA ist ein sogenanntes Sympathomimetikum mit gefäßverengender Wirkung. Ursprünglich wurde es in Karbonatform als Nasenschleimhaut-abschwellendes Mittel zur Inhalation eingesetzt. DMAA gilt als Vorstufe von Ephedrin und damit als Amphetamin, das in Deutschland auf der Liste der verbotenen Betäubungs - mittel steht. Somit ist auch nicht auszuschließen, dass der Verzehr von DMAA-haltigen Produkten zu einem positiven Drogenschnelltest beispielsweise bei Verkehrskontrollen durch die Polizei führt. Die Folgen sollten jedem selbst bewusst sein. Eine Einnahme dieser Substanzen kann also unter Umständen auch z. B. bei einem Natural-Bodybuilding-Wettkampf oder einer Trainingskontrolle zu einem positiven Ergebnis des Dopingtests führen.

In Humanstudien konnte nachgewiesen werden, dass die orale Zufuhr von DMAA dosisabhängig vorübergehende Erhöhungen des systolischen Blutdrucks hervorruft. Laut einer Studie könnte eine längere Einnahme von DMAA in Verbindung mit Koffein auch zu einer chronischen Erhöhung des systolischen Blutdrucks führen. Eine dauerhafte Erhöhung des Blutdrucks kann die Herzarbeit derartig erhöhen, dass in diesem Zusammenhang unerwünschte kardiovaskuläre Effekte ausgelöst werden können. Diese reichen von Kurzatmigkeit über ein Engegefühl in der Brust bis hin zu möglichen Herzinfarkten. Ebenfalls denkbar in diesem Zusammenhang ist eine Hirnblutung infolge eines Hirninfarktes.


Wirkstoffe in Boostern

Doch wenden wir uns nun den erlaubten bzw. in Europa verkehrsfähigen und trotzdem sehr wirkungsvollen Inhaltsstoffen in den heutigen Boostern zu. Ich halte mich dabei exemplarisch an das neue „Nitro Pump“ von Body Attack. Dieser Booster der neuen Generation kommt ohne Koffein aus.

Kreatin – Fakten und Mythen

Kreatin ist das Supplement mit den meisten hinterlegten Studien weltweit. Doch auch viele Mythen ranken sich um Kreatin, wie z. B. „Kreatin baut Masse auf“, „Kreatin lagert Wasser ein“, „Kreatin darf nicht mit Koffein kombiniert werden“.

Doch was stimmt und was ist falsch?
Kreatin baut KEINE Muskelmasse per se auf. Kreatin wirkt ab 3 g leistungssteigernd bei kurzeitigen intensiven Kraftleistungen. Es wirkt in den ersten Sekunden unserer Energiebereitstellung, indem es mehr Kreatinphosphat zur Verfügung stellt, aus dem ATP (Adenosintripohosphat) generiert werden kann. Dadurch kann ein Sportler in der Lage sein, die eine oder andere Wiederholung mehr zu schaffen bzw. das Trainingsgewicht zu steigern. Durch diese Leistungssteigerung wird ein intensiverer Trainingsreiz gesetzt, was den Körper zu vermehrten Anpassungsprozessen zwingt. In Verbindung mit einer proteinbetonten und überkalorischen Ernährung kann auch der Muskelaufbau indirekt positiv beeinflusst werden.

Kreatin lagert Wasser ein
Tatsächlich kann eine Einnahme ab ca. 5 g pro Portion mit einer leichten Wassereinlagerung innerhalb der Zellen einhergehen. Dies ist aber eng verknüpft mit einer mineralstoffarmen und kohlenhydratreichen Ernährung. Ernährt sich ein Sportler mineralstoffarm, fehlen also Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium bei gleichzeitiger Einnahme von Kreatin, funktioniert der Wassereinstrom in die Zellen nicht mehr optimal. Somit kommt es zu einer Wasserverschiebung zugunsten des Wassers im extrazellulären Raum. Dies führt dann zu der häufig beschriebenen „schwammigen/wässrigen“ Optik.

Kreatin kann durchaus mit Koffein verzehrt werden. Vor geraumer Zeit kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass Koffein die Aufnahme von Kreatin hemmt. Diese Studie wurde mittlerweile widerlegt. Das Gerücht hält sich jedoch hartnäckig. Der Body Attack „Nitro Pump Booster“ enthält pro Portion bis zu 3,2 g Kreatin.

BCAA – die drei wichtigsten Aminosäuren

Hier übernimmt der Body Attack „Nitro Pump Booster“ mit seinen bis zu 4 g BCAA eine Vorreiterrolle. Bislang waren diese nämlich nicht fester Bestandteil von Boostern.

BCAA „Branched Chain Amino Acids“, auf Deutsch verzweigtkettige Aminosäuren, steht für die drei essenziellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin. Diese drei Aminosäuren befinden sich etwa zu 30 % in der Skelettmuskulatur und können dort bei einem Energiedefizit zur Energiegewinnung herangezogen werden. In Bodybuilding-Kreisen werden die BCAA häufig im Zusammenhang mit dem Begriff „Muskelschutz“ genannt. Dies basiert auf der o. g. Funktion, die auch ohne eine externe Zufuhr von BCAA funktioniert. Der Körper greift auf die im Muskel vorhandenen BCAA-Speicher zurück. In diesem Fall spricht man von dem sogenannten katabolen (muskelabbauenden) Zustand, den es im Natural-Bodybuilding – mit dem Ziel, neue Muskelmasse aufzubauen – zu vermeiden gilt.

L-Arginin – und seine Funktionen im Körper

Die semiessenzielle Aminosäure Arginin ist am Aufbau von Stickstoffmonoxid (NO) beteiligt. NO bewirkt eine durch „Entspannung“ hervorgerufene Blutgefäßerweiterung. Dies kann den Blutfluss und damit den Sauerstoff und Nährstofftransport positiv beeinflussen. Ein hoher Ammoniakspiegel im Blut kann zu Leistungseinbußen und damit zu frühzeitiger Ermüdung führen. L-Arginin unterstützt als Bestandteil des Harnstoffzyklus den Abbau von Ammoniak in der Leber. Weiterhin ist Arginin an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Besonders zu nennen wären hierbei die Unterstützung der Proteinsynthese sowie die Bildung von Kreatin mithilfe der Aminosäuren L-Glycin und LMethionin.

L-Citrullin – die optimale Ergänzung zu L-Arginin

L-Citrullin kann in den Nieren zu L-Arginin umgewandelt werden. Durch diesen Prozess steht der Leber mehr von dieser Aminosäure für andere Zwecke zur Verfügung und es gelangt mehr L-Arginin in die Blutbahn. Dadurch wird die NO-Synthese stimuliert, wodurch es zu einer vermehrten Freisetzung von NO in den Blutgefäßen kommt. Durch das NO weiten sich die Blutgefäße und so wird der Blutfluss sowie der damit verbundene Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zur Muskulatur verbessert. Dies macht L-Citrullin zur optimalen Ergänzung des L-Arginin. L-Citrullin ist mit 3 g pro Portion im Body Attack „Nitro Pump Booster“ enthalten.

L-Glutamin – ein wichtiger Player im Stoffwechsel

Glutamin zählt zu den semiessenziellen Aminosäuren. Diese Aminosäure wird unter hohen intensiven Belastungen schnell essentiell und sollte somit von außen zugeführt werden. Glutamin ist an den verschiedensten Stoffwechselprozessen beteiligt, darunter die Proteinsynthese und die Energiebereitstellung. Weiterhin wirkt Glutamin zusammen mit Arginin im Harnstoffwechsel am Abbau von Ammoniak mit. Body Attack „Nitro Pump“ liefert pro Portion bis zu 1 g dieser wichtigen Aminosäure.

Beta-Alanin – zur Vorbeugung von Muskelermüdung

„Nitro Pump“ liefert pro Portion 3 g Beta-Alanin, das sich im Körper mit L-Histidin verbindet und so zu L-Carnosin umgebaut wird. L-Carnosin befindet sich hauptsächlich in den weißen Muskelfasern. Dort regelt es zusammen mit den Mineralien Magnesium und Calcium den pH-Wert der Muskeln. Entsteht beispielsweise durch eine intensive Trainingsbelastung eine Sauerstoffschuld, greift der Körper vermehrt auf Kohlenhydrate zur Energiegewinnung zurück. Dabei steigt der Anteil an Milchsäure (Laktat). Als Folge hiervon können die Muskeln ihre Kraftleistung nicht länger aufrechterhalten. L-Carnosin neutralisiert mithilfe von Calcium und Magnesium diese Säuren und stabilisiert so den pH-Wert. Diese Stabilisierung wirkt sich wiederum positiv auf die Kraftleistung im Training aus.

Lest in Part 2 welche Wirkstoffe in Boostern noch zum Einsatz kommen und welchem Zweck sie dienen.

Von Christian Hagen





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