WETTKAMPFERNäHRUNGStartseiteWettkampfernährungKORIS CORNER - Vorbereitung der Wettkampf-Vorbereitung

KORIS CORNER - Vorbereitung der Wettkampf-Vorbereitung

01.01.2012


Von Kori L. Probst, M.S., L.C.M.H.C., L.P.C.

Als Leser dieses Magazins sind Sie sehr wahrscheinlich daran interessiert, die Wettkampfbühne zu betreten beziehungsweise wie ein Wettkampfbodybuilder auszusehen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Sie Diät halten und mit den daraus resultierenden Nebenwirkungen umgehen können.

Eine Diät zieht sowohl körperliche als auch geistige Veränderungen nach sich. In der Summe führen diese Veränderungen von Zeit zu Zeit dazu, dass Sie sich in Ihrer Haut nicht mehr wohlfühlen und auch dazu, dass Sie mit Ihren Lebensumständen gelegentlich weniger gut klarkommen!

Eine Diät hat Auswirkungen auf die endokrinen Funktionen und die chemische Zusammensetzung des Blutes. Das hat Folgen für die Stimmung und für die Gefühlswelt. Familie, Freunde oder Partner von Wettkampfbodybuildern verspüren nicht selten das Verlangen, ihrem Bedürfnis nachzugeben, den nahezu unausstehlich gewordenen Athleten eine zu knallen.

Wenn Sie verstehen, wodurch diese Veränderungen von Körper und Geist hervorgerufen werden, dann wird Sie dieses Wissen sicher durch die raue See einer Wettkampf-Vorbereitung navigieren. Durch Wissen, Voraussicht und Planung ist es möglich, die Vorbereitung auf einen Wettkampf relativ unbeschadet zu überstehen. Die negativen Auswirkungen einer Diät auf Ihr Sozialleben lassen sich vermeiden, und Sie können sich das Blutvergießen für die Bühne aufheben!

KÖRPERLICHE VERÄNDERUNGEN
Mögliche körperliche Veränderungen während einer Wettkampf-Vorbereitung können unter anderem Schlaflosigkeit, Energiemangel oder Lethargie, niedrige Körpertemperatur, Unterzuckerung, Veränderungen der Leber- und der Nierenfunktion und ein Absinken des Testosteron-beziehungsweise des Östrogenspiegels sein.

Frauen sollten sich über die wichtige Rolle von Östrogen im Zusammenhang mit der Serotoninproduktion bewusst sein und dass durch die Abnahme des Körperfettanteils der Östrogenspiegel deutlich absinkt. Serotonin bietet einen gewissen Schutz vor Depressionen und einem verringerten Selbstwertgefühl. Frauen, deren Körperfettanteil sehr niedrig ist und die dadurch in der Folge amenorrhoisch werden, weisen ähnliche Symptome auf wie Frauen, die sich in der Menopause befinden.

Durch Einhalten einer strengen Diät können Männer unter ähnlichen Nebenwirkungen leiden. Häufige Beschwerden sind Depressionen, geistige Verwirrung und Umnachtung, verringerte Konzentrationsfähigkeit und innere Unruhe. Alle diese Symptome führen zu einem grundsätzlichen Gefühl von Desinteresse beziehungsweise einer gleichgültigen Einstellung gegenüber den Geschehnissen im persönlichen Umfeld.

GEISTIGE VERÄNDERUNGEN
Wettkämpfer sind einem hohen Druck ausgesetzt. Während der Wettkampf-Vorbereitung stehen Faktoren wie die regelmäßige Kontrolle des Körperfettanteils, die sorgfältige Lebensmittelauswahl und das genaue Abwiegen der verzehrten Lebensmittel im Vordergrund.

Falls Sie bei Ihrer Wettkampf-Vorbereitung bereits mit dem Team Klemczewski zusammenarbeiten, dann kommunizieren Sie täglich mit Ihrem Ernährungs- und Trainingsberater. Die Team-Mitarbeiter haben für Sie den gesamten Prozess, der Sie zu Ihrer persönlichen Bestform führt, detailliert ausgearbeitet. Für Ihren Erfolg ist es von großer Bedeutung, dass Sie jemanden an Ihrer Seite wissen, der Ihnen bei der Planung Ihrer Wettkampf-Vorbereitung behilflich ist und der Ihnen ein objektives und ehrliches Feedback über Ihre erzielten Fortschritte gibt. Allerdings neigen Wettkampfathleten in Ihrem Bestreben, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, häufig zu Übertreibungen und zu Extremen. Auch wenn die Diät während der Wettkampf-Vorbereitung so gesund wie möglich zusammengesetzt ist, werden dennoch Anforderungen an den Körper gestellt, die weit über das Normalmaß hinausgehen. In der Folge leiden viele Wettkämpfer unter geistiger Erschöpfung, Angstzuständen, Konzentrationsschwierigkeiten, Hemmungen, Depressionen, verringertem Selbstwertgefühl sowie der Tendenz zu Perfektionismus und zu Kontrollzwängen. Diese geistigen Veränderungen können alle dazu führen, dass die Arbeitsproduktivität und die persönlichen Beziehungen leiden und dass das Bedürfnis, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, nachlässt. Das hört sich nicht besonders lustig an. Warum tun wir uns so etwas an? Es lohnt sich, über diese Frage nachzudenken, aber das soll auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden. Dieser Artikel beschäftigt sich damit, wie Sie Ihre Wettkampf-Vorbereitung so durchziehen können, dass Sie möglichst wenige der oben genannten negativen Auswirkungen zu spüren bekommen und die körperlichen und geistigen Veränderungen möglichst gering halten können.

Gehen wir einmal davon aus, dass die meisten Leute, insbesondere diejenigen, die sich zum ersten Mal auf einen Wettkampf vorbereiten, keinen genauen Plan für ihre Vorbereitung haben und sich nicht wirklich darüber im Klaren sind, welche Anforderungen innerhalb dieser Zeit auf sie zukommen. Nehmen wir außerdem an, dass die Menschen, mit denen Sie sich umgeben, nicht wissen, was Sie während der Wettkampf-Vorbereitung durchmachen. Ich denke, dass Sie das Verständnis anderer Menschen bezüglich Ihrer Wettkampf-Vorbereitung dadurch verbessern können, wenn es Ihnen im Vorfeld gelingt, diese Menschen über die Inhalte einer Wettkampf-Vorbereitung zu informieren und darüber, was die Teilnahme an einem Wettkampf für Sie bedeutet. Wie können Sie erwarten, dass andere Menschen Sie verstehen, wenn Sie sich ihnen gegenüber nicht öffnen und mitteilen? Damit Sie gut gerüstet in Ihre Wettkampf-Vorbereitung starten können, empfehle ich Ihnen, über die folgenden Fragen nachzudenken und eine Antwort darauf zu finden:
  1. Mit welchen Fragen von anderen Menschen rechnen Sie in Bezug auf Ihre Wettkampf-Vorbereitung? Berücksichtigen Sie bei Ihren Überlegungen auch Ihre eventuell bereits gemachten Erfahrungen im Zusammenhang mit früheren Wettkampf-Vorbereitungen. Nachdem Sie sich über die möglichen, an Sie gerichteten Fragen bewusst geworden sind, mit denen Sie sich wahrscheinlich auseinandersetzen werden müssen, sollten Sie sich verschiedene Antworten auf jede dieser Fragen überlegen und die beste Antwort davon auswählen. Ich persönlich informiere die Menschen in meinem Umfeld immer darüber, wenn ich mit einer Wettkampf-Vorbereitung beginne, aber ich hänge das auch nicht an die große Glocke.

  2. Welche Ihrer Verhaltensweisen geben den meisten Anlass zur Besorgnis? Definieren Sie diese extremen Verhaltensmuster beispielsweise, dass Sie Ihre Freizeit nicht mehr mit anderen verbringen möchten oder, falls Sie eine Verabredung haben, dass immer Sie es sind, der das Restaurant auswählen will. Finden Sie Wege dafür, wie Sie die Häufigkeit des Auftretens solcher Verhaltensweisen möglichst minimieren können.

  3. Welche körperlichen und geistigen Veränderungen werden sich bei Ihnen im fortschreitenden Verlauf Ihrer Wettkampf-Vorbereitung bemerkbar machen? Denken Sie über die Veränderungen nach, die Sie in der Vergangenheit an sich bemerkt haben. Falls Sie sich das erste Mal auf einen Wettkampf vorbereiten, bitten Sie jemanden, dem Sie vertrauen, um eine ehrliche Rückmeldung über Ihr Verhalten. Durch die Analyse Ihrer gemachten Erfahrungen und die Rückmeldung eines Freundes können Sie Ihren Partner, Ihren Ehegatten und Ihre Freunde im Vorfeld Ihrer Wettkampf-Vorbereitung auf Ihre möglichen Verhaltensweisen vorbereiten.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich mein grundsätzlich heiteres Wesen im Verlauf der Wettkampf-Vorbereitung beinahe vollständig verabschiedet. Ich lächele beziehungsweise lache nicht mehr so häufig wie sonst, ich bin öfter missmutig und neige in dieser Zeit dazu, ungeduldig zu sein. (Obwohl ich mir selbst oftmals nicht erklären kann, wie ich noch ungeduldiger werden kann, als ich es ohnehin schon bin!) Ich habe meinen besten Freund gebeten, mich darüber zu informieren, sobald er derartige Veränderungen an mir bemerkt und sich mein Verhalten ganz offensichtlich zum Negativen verändert. Wenn er mir sagt, dass er entsprechende Veränderungen in meinem Wesen bemerkt, dann arbeite ich hart daran, das zu korrigieren.

  4. Hinterfragen Sie sich, ob Sie tatsächlich Ihr Bestes dafür geben, während Ihrer Wettkampf-Vorbereitung nicht zu selbstbezogen zu werden. Unabhängig von den Umständen sind Sie weiterhin dazu verpflichtet, sich gegenüber Ihren Freunden und Ihrer Familie freundlich, voller Anteilnahme und liebevoll zu verhalten. Eine Wettkampf-Vorbereitung gibt Ihnen nicht die Lizenz für rüpelhaftes Benehmen.

  5. Denken Sie darüber nach, ob Sie sich durch die an Sie gerichteten Fragen oder durch die gegenüber Ihnen an den Tag gelegten Verhaltensweisen anderer Menschen persönlich angegriffen fühlen. Viele meiner Klienten reagieren auf die Mutmaßungen anderer Leute über Ihr Training oder Ihre Ernährung mit tiefer Verärgerung oder mit anderweitig seltsamem Verhalten, manchmal sogar mit neurotischem Verhalten. Falls Sie bereits in einer solchen Situation negativ auf die Äußerungen anderer Menschen reagieren, dann werden Sie das aus meiner Sicht auch bei anderen Gegebenheiten tun. Es geht vielmehr darum, wie Sie eine Situation wahrnehmen und wie Sie darauf reagieren als um die entsprechende Person, die vielleicht nur neugierig war.
Haben Sie sich selbst und andere ausreichend auf die sich ergebenden Anforderungen innerhalb Ihrer Wettkampf-Vorbereitung vorbereitet? Neben Überlegungen bezüglich Ihrer Diät für die nächsten Monate und der Fragestellung, welche Farbe Ihre Posingbekleidung haben soll, gibt es wichtigere Entscheidungen zu treffen, damit das empfindliche Gleichgewicht zwischen Ihrem Körper, Ihrem Geist und den Beziehungen zu den Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, gewahrt bleibt. Sie nehmen sich die Zeit für die Zubereitung Ihres Essens, für die Berechnung der mengenmäßigen Aufnahme der Makronährstoffe, für Ihr Training und Ihren Schlaf. Vergewissern Sie sich, dass Sie genauso viel Zeit dafür aufbringen, sich um die Menschen und um die Aufgaben zu kümmern, die nach Ihrem Gewinn der Meisterschaft auf Sie warten.

Notiz des Herausgebers: Kori Probst hat einen B.S. (Bachelor of Science – Anm. der Redaktion) in Übungsphysiologie und einen M.S. (Master of Science – Anm. der Redaktion) in Lebenshilfe und arbeitet an ihrem Doktortitel in Psychologie und Verhaltensforschung. Sie ist WNBF Pro-Athletin im Bodybuilding, in der Figur-Klasse und in der Fit Body-Kategorie. Als Wellness-Direktorin des „Diet Doc“ hat sie das „Mental Edge“-Programm geschaffen, das Wettkämpfern dabei hilft, individuelle Strategien zur optimalen Leistungsfähigkeit im Leben und bei Wettkämpfen zu entwickeln. Sie kann unter E-Mail: kori@thedietdoc.com kontaktiert werden.






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